Australien - Neuseeland

Deutschland > Singapur > Australien > Neuseeland > Singapur > Deutschland vom 22. Januar - 30. März 2014
Der original Blog "4ofakind" ist unter majornature.tumblr.com zu finden. Wir, das sind Nicole, Gerald, Kilian(6) und Louisa(2) aus Speyer.
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Tag 64: Mittwoch, 26. März

Die Kiwis geben noch einmal alles

Am Morgen strahlt die Sonne. Im Frühstücksraum stellen wir fest: Hier sind fast alle kurz vor dem Abflug, denn in den Ecken stapeln sich die Lebensmittel, die man doch nicht wegwerfen will und dafür lieber spendet. Wir packen eine große Tüte zusammen, unter anderem mit Reis, Gewürzen und der Teflonpfanne, und wollen sie dann bei Maui abgeben. Aber zuerst geht es zum Diplomat Motel. Die drei kleinen Räume fühlen sich nach den Wochen im Camper riesengroß an, es gibt sogar eine echte Küche darin. Dazu ein kleiner Spielplatz, einen Pool und auf Wunsch ein BBQ auf der Terrasse.

Aber wirklich sagenhaft sind gegen Ende unserer Reise noch einmal die Kiwis. Die Dame an der Rezeption greift direkt zum Telefonhörer, um für uns die beste Busverbindung zurück vom Flughafen auszuknobeln und schreibt sie direkt auf. Im International Antarctic Center werden wir an der Kasse erst gefragt, ob wir Ermäßigungsgutscheine haben. Als wir verneinen, zwinkert die Kassenkraft, "Da werden wir schon welche finden..." und wir kommen dennoch ermäßigt rein (was immernoch teuer genug ist). Und der Fahrer des Pinguin-Shuttle, der vom Museum in die Innenstadt fährt, setzt uns außerplanmäßig direkt vor der Unterkunft ab. Nachdem er akribisch darauf geachtet hatte, dass Louisa nur perfekt mit extra Gurt gesichert auf Mamas Schoß saß und Kilian auch sicher nicht über die kleine Stufe stolpert. Ja, man kann hier auf jeden Fall Berge, Baumfarne, Regenwald, Seen, Vulkane vermissen. Aber sicher auch diese unglaublich freundlichen Kiwis.

Aber noch sind wir ja auf der Südinsel. Nachdem wir beim Camperverleih einer jungen Familie, die gerade auf ihre Wohnmobil wartet, unsere Tüte in die Hand gedrückt haben, wollten wir eigentlich direkt zurück zum Motel. Aber Kilian hat schon dazu gelernt: "Da ist doch direkt das Museum. Und wenn wir schonmal hier sind..." Unbenannt Unbenannt Das Antarctic Center bietet unter anderem Schneefall und einen echten arktischen Sturm. Den kann allerdings nur Gerald (dick eingemummt ein Leihanorak) erkunden: Die kleinen Tauers hängen an Nicoles Bein und wollen diesen kalten Raum, mit echtem Eis (!) und zunehmendem Wind gaaanz schnell verlassen. Kilian ist dafür hart im Nehmen, wenn es darum geht, die Hand in ein eiskaltes Wasserloch zu stecken. Wir verbringen natürlich wieder Stunden im Museum, das natürlich auch wieder ausgesprochen kinderfreundlich ist. Im Pinguinbecken paddeln immerhin zwei kleine blaue Pinguine, einem fehlt ein Bein, ein anderer ist gelähmt. Louisa runzelt die Stirn: "Die fliegen". Stimmt. Bloß unter Wasser.

Unbenannt Unbenannt

Am Abend wollen wir mal in die Innenstadt bummeln und essen gehen. Der Motel-Wirt lächelt mitleidig. "Das können wir gerne versuchen, aber da gibt es nicht mehr viel. Falls wir später immernoch was suchen, direkt um die Ecke wären wirklich nette Restaurants."  Kopfschüttelnd machen wir uns auf den Weg, denn wer will schon in Merivale - so heißt unser Stadtteil - essen gehen? Aber wir stellen schnell fest, dass es die Innenstadt schlicht nicht mehr gibt. Christchurchs Zentrum ist eine Geisterstadt. Die Gebäude sind entweder halb oder komplett zerstört, andere Flächen schon geräumt und in Parkplätze verwandelt. 20140326184554_20140326_184554 Die Ruine der Kathedrale wirkt wie nach dem Krieg. Straßen sind gesperrt, Gleise verbogen. Ein erstes starkes Beben im Herbst 2010 hatte die Häuser schon angeknackst. Das zweite, noch stärkere Beben im Februar 2011 hatte sein Zentrum direkt unter der City und forderte 185 Menschenleben. Zwei angeblich erdbebensichere Gebäude, ein Fernsehsender und eine Sprachschule, waren eingestürzt. Es dauerte zwei Jahre, bis die täglichen Nachbeben schwächer wurden und schließlich ganz schwanden.

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Inzwischen gibt es einige coole Bars zwischen Paletten, kleine Imbisswagen verkaufen Speisen. Aber mehr ist da nicht. Wir machen uns also auf den langen Fußweg zurück nach Merivale und versuchen, bei "Tutto Bene" einen Platz zu bekommen. Zum Glück ist auch ein ausgebuchter Italiener auch in Neuseeland ein Italiener - und so bekommt die dünn bekleidete Deutsche mit den beiden süßen blonden Kindern nach 15 Minuten Wartezeit noch einen Platz. Wir warten lange auf Pizza und Nudeln, aber das Essen ist lecker. Und danach fallen wir vier mal wieder in ein echtes Bett.

Tag 65: Donnerstag, 27. März

Katastrophentourismus

Noch einmal 23 Grad. Wir bummeln zum großen botanischen Garten, in dem natürlich die viktorianischen Gewächshäuser sperrt sind: Erdbebenschaden. 20140327012041_IMG_1491 Aber es gibt einen Spielplatz, neben dem erstaunlicherweise ein öffentliches Planschbecken von unglaublichen Ausmaßen liegt. Nach Kaffee aus einem kleinen Imbisswagen (genau: Cafe ist kaputt) suchen wir den Steingarten. Dort legt Kilian unter Tränen ungefähr zwei Kilo Steine ab, die er seit dem Mount Cook mitgeschleppt hatte. Die besten Steine der Welt, scharfkantig, fantastisches Werkzeug ... aber wirklich nichts fürs Handgepäck. Er baut liebevoll ein Steinmännchen und nach einer angemessenen Trauerzeit machen wir uns auf in die Innenstadt.

Bei Tageslicht und auf dieser Route wird das Ausmaß der Katastrophe noch deutlicher. Wir machen Station bei der Kathedrale und bei der Pappkathedrale, die als Ausweichquartier dient und inzwischen preisgekrönt ist. 20140327031146_IMG_1521 Louisa stapelt sämtliche Sitzkissen um, Kilian feilt an einer Schatzkarte. Nicole ist derweil noch auf der anderen Straßenseite. Dort sind 185 Stühle für die Erdbebenopfer aufgestellt, unterschiedliche Modelle vom Maxicosi bis zum Schaukelstuhl, alle weiß gestrichen. Der Künstler frischt gerade die Farbe auf und ist in Plauderlaune. Über die Familien der Opfer, die selbst Stühle vorbeibringen. Über die Immobilienhaie, die sich jetzt die Flächen in der Innenstadt unter den Nagel reißen. Über die hässliche Kathedrale, die zum Glück eingestürzt ist. 20140327033214_IMG_8974 Noch ein Blick auf die Container, die jetzt die Shops ersetzen, und zurück geht es zum Motel, nochmal Kofferpacken.

Zum Abendessen treffen wir Alfred, einen entfernten Bekannten von Nicoles Eltern: In einem Leben ist er seit 20 Jahren Professor für Volkswirtschaftslehre an der Canterbury University in Christchurch. In einem anderen Leben bedient er im Urlaub in der Wirtschaft seines Bruders Tom in Eisingen bei Würzburg - zufällig die Stammkneipe von Nicoles Eltern. Wir gehen zu einem Thailändischen Restaurant und lauschen fasziniert Alfreds Schilderungen von Erdbeben, Kiwis und Auswanderung. Ein schöner Abend und ein schöner Abschluss für Neuseeland.

Tag 66: Freitag, 28. März

Singapur, diesmal tropisch

Um 5 Uhr geht das Taxi zum Flughafen. Der Airport in Christchurch ist so klein und gemütlich, dass wir erst um 5.30 Uhr für unseren Flug um 7.30 Uhr einchecken müssen. Wieder keine Emirates, sondern Quantas. Die Sicht über Neuseeland ist sagenhaft. Und da Nicole in der Dreierreihe neben Louisa und Kilian sitzt, hat sie nicht allzuviel Zeit zum Nachdenken. Das ist auch gut so: Die Notfall-Globuli sind verschwunden, die Thrombose-Strümpfe ebenso. Und Louisas Sitz wird von Quantas nicht akzeptiert. Dafür wird er  mitgenommen und für weitere Recherechen fotografiert - Gerald würde das gelbe Ding ja schon lange gerne in den gelben Sack stecken, weiß aber, dass das nicht der Moment für solche Debatten mit der Reiseleitung ist

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Die Ladung in Sydney ist ... robust, draußen schüttet es. Da wir wetterbedingt spät dran waren, rennen wir zum nächsten Flug, wieder mit Quantas. Diesmal sitzen wir jeweils zu zweit hintereinander, der Flieger ist nicht ganz voll und der Flug geht smoooooooooooth. Louisa hat Platz zum Sausen und macht gemeinsam mit Mama eine Stunde lang (!!) Strecke. Der Rotwein ist nicht schlecht. Lionel, Steward aus Paris, der aber schon lange in Sydney wohnt, schwärmt übrigens für das Shoppen in Mainz. Beim Anflug auf Singapur bestaunen wir Gewittertürme aus nächster Nähe und landen dann erstaunlich sanft.

Bei Immigration ist wieder die Hölle los. Aber Koffer, Kraxe, Buggy sind wieder sofort da und wir bekommen auch wieder zügig ein Taxi zugeteilt. Nach 9 Wochen ist es ein sehr witziges Gefühl, am Äquator auf einmal einen Wiedererkennungseffekt zu haben. Den Weg in die Stadt kennen wir ja schon, diesmal wohnen wir allerdings in einer anderen Ecke. Das YMCA ist mitten im Geschäftszentrum, der Orchard Road und kostet die Hälfte vom Duxton auf dem Hinflug. Nun war das Duxton ein hübsches Boutiquehotel und das YMCA ist eher funktional - aber bei zwei kleinen Wilden ist es auch ganz nett, nicht dauernd dekorative Vasen im Augenwinkel beobachten zu müssen.

Gelandet sind wir um 15.30 Uhr Ortszeit, um 18.30 Uhr brechen wir auf, um Abendessen zu suchen. Mit zwei Handicaps: Die feuchte Hitze weht uns um. Und für uns ist es gefühlt ja schon 23 Uhr. Also stolpern wir durch die Straßen, die sich gerade frisch mit Menschen füllen. Irgendwie verpeilen wir die Tempel, die auf dem Weg sein sollten und finden auch keinen Tipp im Reiseführer - zu platt. Aber das Essen in einer kleinen Garküche am Straßenrand schmeckt lecker. Kilian verputzt seinen Reis mit Huhn komplett und ist selig, wieder in seinem geliebten Singapur zu sein.

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Da konnten alle Kängurus, Vulkane und Goldgräber nichts daran ändern: Für ihn ist Singapur die wichtigste Station auf der Reise.

Zurück im Hotel fallen wir alle um 21 Uhr ins Bett...

Tag 67: Samstag, 29. März

Nickerchen beim Abendessen

... nur um um 4 Uhr wieder knallwach zu sein. Ach Jetlag, was haben wir dich vermisst. So schafft es jedenfalls sogar Familie Murmeltier frisch geduscht um kurz nach 7 Uhr im Frühstücksraum aufzutauchen. Dort gibt es alles außer Bacon. Gerald hält sich an Toast, Eier und Bohnen, Kilian und Louisa vertilgen Unmengen an Cornflakes, Nicole testet Porridge mit salzigem Fisch und Bohnen (was nur deshalb funktioniert und lecker schmeckt, weil es für den Magen ja längst Mittag ist).

Eigentlich sind wir ja superfrüh dran, doch dann kommen wir auf die wahnwitzige Idee, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Zoo fahren zu wollen. Packages, die man komplett buchen kann - das ist doch was für Touristen... Und so sind wir gefühlt endlos unterwegs, erst in der UBahn, dann im Bus, beides eiskalt klimatisiert. Gegen 10.30 Uhr sind wir endlich am Zoo und erspähen dort das Schild für einen Direktbus! Dann reihen wir uns in die Schlange ein. Denn an diesem Samstag stehen wir gemeinsam mit etwa 1000 Einheimischen an. 20140329031913_IMG_9001 Gelinde gesagt ein Kulturschock nach dem doch vergleichsweise menschenleeren Neuseeland. Aber das Warten lohnt sich, denn der Zoo hat seinen Ruf als einen der schönsten der Welt zurecht. Wobei man fairerweise dazu sagen muss, dass die Ausgangsposition perfekt ist: Mitten im satt grünen Regenwald fühlen sich die meisten Tiere auch einfach um einiges wohler, als an vielen anderen Orten der Welt. (Es gäbe übrigens noch eine Flußtour und den Nachtzoo, aber wir brauchen ja auch Programmpunkte für das nächste Mal.)

Die Hitze ist drückend, die 31 Grad fühlen sich dank der Luftfeuchtigkeit wie 40 an. Aber wir hören echtes Affentheater, werfen noch einmal Kängurus einen liebevollen Blick zu, sehen von weitem die Elefantenshow, bedauern die weißen Tiger. Das Speisenangebot im Restaurand reicht von chinesisch über indisch bis Western: Wir nehmen Reis und Huhn, Chicken Nuggets und Pommer. Danach setzen wir uns in das Zoo-Zügchen und zuckeln ermattet einmal quer über das Gelände. Inzwischen sind dunkel Wolken aufgezogen. Als wir den legendären Wasserspielplatz (Tipp von Etienne) ansteuern, fängt es aus Kübeln an zu schütten. Wir stellen uns eine halbe Stunde unter, dann kann Kilian die Badehose anziehen und unter den gestrengen Augen von zwei Aufseherinnen (die zum Beispiel den Rutschbetrieb regeln) mit den anderen Kids toben. 20140329072254_IMG_1564 Louisa bleibt standhaft sitzen und guckt nur zu. Wir Eltern würde sehr gerne im Wasser fläzen, denn inzwischen ist das Wetter durchaus grenzwertig.

Um 15.30 Uhr würde der nächste Direktbus fahren, doch als wir getrieben vom möglichen nächsten Schauer an die Bushaltestelle hechten, steht unser Bus von vorhin wieder da. Also geht es endlos lange zuück und wir kommen sehr sehr platt im YMCA an. Zeit, mal aufs Dach zu gehen. 20140329104119_IMG_9025 20140329102738_IMG_1580 Denn dort gibt es einen Pool mit wunderbarer Aussicht - bei dem Wetter der bestmögliche Ort. Wir sind eine Stunde im Wasser, selbst Louisa hört irgendwann auf zu meutern, und beobachten eine Schwimmstunde. Besonders spannend: Die komplett spaßbefreiten Eltern einer bedauernswerten Schwimmschülerin, die streng über die Fortschritte des Nachwuchses wachen.

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Um 18.30 Uhr geht es zum letzten Programmpunkt der Reise: Little India. Durchaus einen kleinen Fußmarsch entfernt, sehr bunt, sehr eng. Der berühmte Tempel ist leider eingerüstet, aber das empfohlene Restaurant nebenan hat noch einen Tisch frei. Wir sind tatsächlich mitten in Indien - statt Chinesen und Europären sehen wir fast nur noch Indischstämmige. Wie ganz oft in Neuseeland ist die Toilette nicht im Restaurant, sondern in paar Türen weiter. Im Nachbarraum wird an diesem Samstagabend heftig und knallbunt Kindergeburtstag gefeiert. Die Toilette ... entspricht dem Klischee, das wir arroganten Westeuropäer von Indien haben.... (also in Neuseeland waren sie immer so unglaublich sauber, dass man sich hat setzen können). Louisa hatte sich natürlich komplett eingekackt und musste dann auf dem Flur zu Herrenklo gereinigt werden. Zurück im  Restaurant ist das leckere (und ziemlich scharfe, weil "echt" gewürzte) Essen da. Und Kilian schläft während des Essens von seinem Naan, also mitten im Kauen, ein.... 20140329125622_IMG_9045 Wir eilen zurück zum YMCA. Dort schläft Louisa am Bett stehend ein: Es ist wirklich Zeit zum Schlafen!

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Tag 68: Sonntag, 30. März

Die letzten 13 Stunden ziehen sich

Immerhin: Wir sind wach, die Koffer gepackt und stehen um 6 Uhr an der Rezeption, um das Taxi zu bestellen. Unser Flug geht um 9.30 und wir haben noch 30 Dollar Bargeld. Das sollte langen, aber man weiß ja nie... Der Fahrer informiert uns gleich, dass er einen Umweg fahren muss: Der große Highway ist wegen eines Radrennes zwischen 3 und 9 Uhr gesperrt. Äh, entschuldigung: Radrennen? Am Sonntagmorgen um 3 Uhr? Ja, danach wäre es zu schwierig, die Strecke zu sperren. Die Fahrt kostet trotzdem nur 18 Dollar, das Einchecken geht flott (Hier heißt es nicht mehr "Chicken in" wie auf kiwi-englisch) und wir haben noch eine Menge Zeit. Aber das ist auf dem Changi-Airport wirklich nicht schlecht, denn dort ist es sehr angenehm. Wir nehmen den Shuttle zum anderen Terminal und besuchen dort das kleine Schmetterlingshaus. Noch ein Kaffee und los gehts.

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Die sieben Stunden Flug nach Dubai ziehen sich: Es ist tagsüber, das heißt die Kinder schlafen nicht gleich ein, bzw machen nur kleine Nickerchen. Und wir sitzen in der Mitte, die Fenster sind alle dicht, es hat was von Sardinendose. Dennoch: Bei der Landung werden wir von Kiwi-Senioren hinter uns angesprochen, was für brave Kinder wir haben. Anders auf dem sechstündigen Flug von Dubai nach Frankfurt: Die Sitzreihe hinter uns beschließt vermutlich, wahlweise keine Kinder zu bekommen oder nicht mit ihnen zu verreisen. Erst brüllt sich Louisa in den Schlaf, dann zeigt ein vollkommen übermüdeter Kilian was er kann: Komplett geschafft nach stundenlangem Glotzen und Zocken verkündet er lautstark, dass seine Eltern doof sind, alle unfair, etcetc. Und als er endlich einnickt, fangen die Turbulenzen an .... Nicole bietet Gerald für alle kommenden Urlaube Wandern in der Rhön an und wir freuen uns wirklich, als wir endlich in Frankfurt landen. Nicht wegen spontan aufgetretenem Heimweh, sondern weil 13 Stunden Flug am Tag für uns einfach genug sind.

Ganz so schnell kommen wir aber nicht weg: Kilian muss noch den Schwarm Emirates-Stewardessen gebührend verabschieden. Denn wenn die Damen dann auch noch ihr Hütchen mit Schleieransatz aufhaben, schmilzt der kleine Casanova dahin... Noch ein Kaffee mit Oma und Opa, dann geht es auf die Autobahn Richtung Speyer.

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Nachtrag: Noch nicht ganz wieder da

Der Jetlag dauert gut 5 Tage und wir sind noch immer nicht ganz wieder da. Die Relationen haben sich verschoben: Vielleicht mal ein Flug in die USA? Sind doch nur 8 Stunden...Wandern im Pfälzerwald? Ein Katzensprung.

Louisa, die sich noch in Australien immer bang erkundigt hatte, ob wir denn jetzt heimfahren, strahlt jetzt, wenn die Wickeltasche gepackt wird: "Wo fahren wir hin?" Die Wanderung von der Rietburg zur Talstation des Sessellifts kommt uns allen, Kilian eingeschlossen, sehr sehr kurz vor. Und warum dauert der Englischunterricht eigentlich nur 45 Minuten?

Das Fernweh ist bei uns allen vier geweckt - auch wenn es jetzt erstmal um Schulanfang, Wiedereinstieg in die Arbeit und den restlichen Ernst des Lebens geht. Es ist gut zu wissen, dass man auch einfach in Wanaka sitzen und auf den See schauen könnte. Oder in Hahei die Inselchen zählen. Die Liste der Wunschziele ist lang - und jetzt genießen wir hier erstmal den Frühling. Japadu!